Elektroauto-Problem

EV-Elektrorennwagen von Camille Jenatzy

Warum wissen wir heute so wenig über die wahre Natur des Menschen?


     Welche Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, wenn man eine bestimmte Richtung einschlägt, zeigt das Beispiel Automobilbau. Um 1900 herum waren der Verbrennungsmotor und der Elektromotor als Kraftquelle ungefähr gleichwertig. Das erste Auto, das schneller als 100 km/h fuhr, wurde von einem Elektromotor angetrieben (Camille Jenatzy, 1899). Dann geriet der Elektromotor allmählich ins Hintertreffen, der Verbrennungsmotor setzte sich durch und wurde konsequent weiterentwickelt, bis er einen hohen Wirkungsgrad erreichte – allerdings entstehen durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe auch große Umweltbelastungen. Erst in jüngerer Zeit hat man die Probleme erkannt und versucht nun, die Entwicklung von Elektroautos, Batterietechnik und alternativer Energieerzeugung voranzutreiben. Hätte man den Elektroantrieb von Anfang an ebenso konsequent entwickelt wie den Verbrennungsmotor, wären wir heute auf einem höheren technischen Stand. Auch hier müssen emotionale Gründe vermutet werden. Ein Mann, der ein lärmendes und rauchendes Ungetüm bezwingt, wird als tapferer Held wahrgenommen. Ein anderer Mann, der ein summendes Elektroauto fährt, wirkt dagegen vergleichsweise schwul.
     All das ist weder gut noch böse, weder richtig noch falsch. Es ist einfach nur die Welt, die wir erschaffen haben.
     Dennoch sollte man sich der Alternativen bewusst sein. Für die Erforschung der Materie geben wir gewaltige Summen aus. Allein der LHC-Teilchenbeschleuniger der Großforschungseinrichtung CERN hat etwa 4,5 Milliarden Euro verschlungen, der geplante Linearbeschleuniger soll gar bis zu 10 Milliarden Euro kosten. Es ist kaum vorstellbar, wo sich unsere Zivilisation heute befände, wenn wir ähnliche Summen in eine unabhängige Erforschung des Geistes investiert hätten. Zwar gibt es an jeder Universität geisteswissenschaftliche Fakultäten, doch dienen sie meist nur dazu die Mythen der Vergangenheit fortzuschreiben – echte Innovationen bleiben aus.
     Das gilt vor allem für die Idee des Menschen als ein multidimensionales Wesen. Hätten wir denjenigen, die von Nahtoderlebnissen, früheren Leben oder Begegnungen mit Verstorbenen berichteten mehr Aufmerksamkeit geschenkt, wären wir jetzt auf einem umfassenderen Bewusstseinsstand.   


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