Dienstag, 30. August 2011

Filmkritik - Cowboys & Aliens


James Bond und Indiana Jones kämpfen im Wilden Westen gegen Außerirdische. Klingt nach einem unterhaltsamen Genre-Mix. Der Film enthält aber eine tragische Komponente, die viel über die anglo-amerikanische Kultur aussagt.

Inhalt:
Zeit: 1873. Ort: Die Wüste von Arizona. Ein Cowboy (Daniel Craig) erwacht aus tiefer Ohnmacht. Er kann sich an nichts mehr erinnern, nicht an seinen Namen, nicht an den Grund, warum er mitten in der Wüste liegt, und vor allem nicht daran, warum er an seinem linken Handgelenk diese seltsame Metallmanschette
trägt.
Im nächsten Ort hilft man seinem Gedächtnis auf die Sprünge: Sein Name lautet Jake Lonergan - und er ist ein gesuchter Bandit. Doch zum Glück nimmt man es in Absolution mit der Gesetzestreue nicht so genau, hier ist fast alles erlaubt, nur eines nicht: sich mit dem selbst ernannten Stadtoberhaupt Colonel Dolarhyde (Harrison Ford) und seinem Sohn anzulegen. Aber genau das tut Lonergan. Weil der junge Dolarhyde einen Mann misshandelt, sieht sich der Fremde genötigt, einzugreifen und der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen.
Plötzlich tauchen Raumschiffe am Himmel auf, die Stadt wird ohne erkennbaren Grund von Außerirdischen attackiert, etliche Bewohner, darunter auch Colonel Dolarhydes Sohn, werden entführt. Nicht einmal Lonergan, dessen Metallmanschette sich nun als Flugabwehrkanone erweist, kann das verhindern.
Aber so einfach geben die Pioniere des Wilden Westens nicht auf. Die Bewohner des Städtchens bilden eine Bürgerwehr unter der Führung von Lonergan und nehmen den Kampf mit dem übermächtigen Feind auf...

Bewertung:
Was für ein Dreck! Damit ist weniger die filmische Qualität gemeint, die ist ganz in Ordnung. Spezialeffekte, Ausstattung, Kamera und die schauspielerischen Leistungen entsprechen dem gehobenen Hollywood-Durchschnitt. Was diesen Film so abstoßend macht, ist die unterschwellig verbreitete Botschaft: das Böse ist das Fremde!
Wieder einmal wird ein amerikanischer Mythos verwurstet. Ohne eine Vorgeschichte erscheint plötzlich ein böser Feind und greift unschuldige Menschen an. Um sich gegen diesen Feind zu wehren, ist jedes Mittel erlaubt, die eigenen Untaten erscheinen im Vergleich zum Abwehrkampf harmlos, so auch dass Daniel Craig bereits in der Eröffnungsszene drei Männer niedermetzelt.
Die Flotte der außerirdischen Raumschiffe erinnert stark an die japanische Flotte, die ebenfalls (angeblich) ohne einen gerechtfertigten Grund Pearl Harbor angegriffen hat. Hier zeigt sich eine interessante Parallele, denn zuvor hatte eine andere Flotte, die US-amerikanische, Hawaii angegriffen und annektiert - das jedoch wird meist verschwiegen. Ähnliches gilt für die Eroberung des "Wilden Westens". Dort lebten zuvor bereits die amerikanischen Ureinwohner, viele Millionen Menschen, die von den weißen Siedlern und ihrer Armee vertrieben und größtenteils vernichtet wurden. Die wahren Aliens sind somit die Europäer, nicht die Außerirdischen. Dieser Aspekt wird in der Vorlage des Filmes, dem gleichnamigen Comic, noch einigermaßen deutlich, in dem Machwerk von Jon Favreau bleibt nichts davon übrig. Hier geht es nur um Geballer und Geldmacherei - nicht von ungefähr trägt der Film in seinem Titel das Et-Zeichen (&), auch bekannt als kaufmännisches Und-Zeichen.

Fazit:
Ein hirnloser Unterhaltungsfilm mit einer bitteren historischen Pointe.

Entnommen aus: www.buch-und-film-blog.de


Sonntag, 28. August 2011

Filmkritik - Black Swan - auf DVD


Für ihre Rolle als Primaballerina, die eine psychische Krise durchlebt, gewann Natalie Portman den Oscar - und das mit Recht. Jetzt ist die DVD erschienen. Sie enthält viel Licht, aber auch einige Schatten.

Inhalt:
Der Film beginnt mit einer Szene aus dem Ballett Schwanensee, in der Prinzessin Odette vom Zauberer Rotbart in einen weißen Schwan verwandelt wird. Hierbei handelt es sich weder um eine Ballettaufführung noch um eine Probe, sondern um einen Alptraum, erlebt von der jungen Tänzerin Nina Sayers (Natalie Portman). Nina steht am Anfang ihrer Karriere, sie bemüht sich darum, eben diese Rolle in einer Neuinszenierung spielen zu dürfen. Ihr Tanzlehrer Thomas Leroy (Vincent Cassel) hat sich für eine Variante entschieden, in welcher die gegensätzlichen Charaktere, weißer und schwarzer Schwan, zu einer Doppelrolle zusammengefasst sind. Den weißen Schwan traut er dem behütet aufgewachsenen Mädchen zu - den schwarzen Schwan nicht.
Nina ist gekränkt, sie setzt alles daran, ihren Förderer davon zu überzeugen, dass sie die Richtige ist und beginnt, die dunklen Seiten ihrer Seele zu erforschen. Im Nacken sitzt ihr dabei Kollegin Lily (Mila Kunis), die mit ihrer intriganten und boshaften Art genau das besitzt, was Nina fehlt.

Bewertung:
Das Besondere an diesem Film ist die gekonnte Vermischung von Musik und Bewegung, von Traum und Wirklichkeit. Regisseur Darren Aronofski inszenierte auch The Wrestler mit Mickey Rourke in der Hauptrolle. Black Swan ist mindestens genauso hart, weshalb der Film auch erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Der Zuschauer wird Zeuge des harten Trainings der Tänzer, man hört geradezu, wie Gelenke knacken und Sehnen gezerrt werden, vieles ist aus der Sicht der Protagonisten gezeigt, was das Seh- und Hörerlebnis noch intensiver macht. Auch die Intrigen hinter den Kulissen sind sehr gut eingefangen, den hohen psychischen Druck, unter dem die Tänzer stehen, kann der Zuschauer nachempfinden.
Natalie Portman gelingt hier die bisher beste Leistung ihrer Karriere - sie wurde mit mehreren Preisen gewürdigt. 

Infos zur DVD:
Hier stimmt fast alles, toller Film, tolle Einzelleistungen. Aber: Die normale DVD enthält kein Bonusmaterial, das Bild enttäuscht, es wirkt stellenweise grobkörnig und grieselt ein wenig.
Unterm Strich dennoch empfehlenswert - vor allem wegen Natalie Portman.

Entnommen aus: www.buch-und-film-blog.de

Donnerstag, 18. August 2011

Geburtenrate steigt - trotzdem zu gering


Das statistische Bundesamt teilte am 18.08.11 mit, dass im letzten Jahr die Geburtenrate je Frau auf 1,39 angestiegen ist. Damit wurde in Deutschland der höchste Stand seit zwanzig Jahren erreicht, trotzdem liegen wir in Europa immer noch auf einem der letzten Plätze. Bereits heute ergeben sich daraus Probleme, Unternehmen klagen darüber, dass sie zu wenig Arbeitskräfte finden, immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Derzeit kann man die Folgen mildern, indem man Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert oder ältere Arbeitskräfte länger in den Arbeitsprozess eingebunden bleiben.
Das funktioniert ein paar Jahre, aber was geschieht danach? Manche schlagen Zuwanderung als Lösungsmittel vor. Das erzeugt jedoch neue Probleme, vor allem das der Integration. In vielen Vierteln europäischer Städte muss die Integration von Zuwanderern heute als gescheitert angesehen werden. Außerdem ist es moralisch höchst fragwürdig, aufstrebenden Nationen der Dritten Welt ihre besten Köpfe wegzukaufen, denn die werden im eigenen Land ebenso gebraucht.

All das könnte man ja noch verstehen, wenn wir uns bereits in einer prekären Situation befänden - tun wir aber nicht. Noch ist unser Land stabil, noch sind wir sehr reich. Das Volksvermögen wird nur für unsinnige Projekte ausgegeben.
Beispiel: Bankenrettung und Euro-Krise. Dafür stellten unsere Politiker beinahe über Nacht mehrere Hundert Milliarden Euro zur Verfügung.
Gegenbeispiel: Kinderbetreuung. Eltern und Alleinerziehende klagen darüber, dass es immer noch zu wenig Plätze in Kinderkrippen, Kindergärten, Tagesstätten und Ganztagsschulen gibt. Vielerorts muss man sich bereits sehr früh für diese Plätze anmelden, am besten gleich nach der Geburt, und wenn man mal einen erwischt hat, sind Ausstattung und Öffnungszeiten oft mangelhaft. Über eine halbe Stunde mehr Öffnungszeit wird erbittert gerungen, angeblich ist dafür kein Geld vorhanden.
Dabei wäre die Investition in einen deutschen Kindergarten sicher lohnender, als das Geld nach Brüssel oder Südeuropa zu überweisen. Hier ist es eine Investition in die Zukunft, dort ist es einfach nur weg.      

 

Mittwoch, 17. August 2011

Buchkritik - Sag mir, was du siehst von Zoran Drvenkar


Die etwas andere Art der Abkühlung: Wer unter sommerlichen Temperaturen leidet, sollte ein Winterbuch lesen. Dieses hier ist echt cool.

Inhalt:
Alissa ist 16 Jahre alt. Am Weihnachtsabend beschließt sie, das Grab ihres Vaters zu besuchen. Kein leichtes Unterfangen, wenn es bereits nach Mitternacht ist und tiefer Schnee liegt, der alle Konturen auf dem Friedhof verwischt. Das Mädchen bricht ein, stürzt in eine Gruft. Auf der Suche nach einem Ausgang entdeckt Alissa einen Kindersarg, aus dem scheinbar eine Pflanze wächst. Sie ist neugierig, geht näher heran und erkennt, dass die Pflanze in der Brust eines toten Kindes wurzelt. Etwas zwingt Alissa, die Pflanze auszureißen.
Nachdem sie das getan hat, ist alles anders. Sie wird zwar aus der Gruft gerettet, aber in ihrem Leben geschehen fortan seltsame Dinge. Alissa wird verfolgt, von einem toten Kätzchen und von ihrem Ex-Freund, der dabei fast sein Leben verliert, zwei dunkle Gestalten tauchen auf und suchen nach der Pflanze, und ständig sind Raben in der Nähe, die ein Auge auf sie haben...

Bewertung:
Sag mir, was du siehst wird vom Carlsen Verlag ernsthaft als Jugendbuch vermarktet, empfohlen für Leser von 12 bis 15 Jahren. Ich halte das gelinde gesagt für ungeschickt. Erstens ist es ein hartes und düsteres Werk, das zumindest bei den 12jährigen Alpträume erzeugen kann. Zweitens gehen dadurch Leser verloren, die sich nicht mehr mit Jugendbüchern abgeben wollen. Das ist schade, denn sie verpassen einiges.
Wer bereit ist, sich auf den typischen Drvenkar-Stil einzulassen, mit dem häufigen Perspektivwechsel und den fehlenden Anführungszeichen, wird schnell von der Handlung gefangen genommen. Attribute wie "hypnotisch" oder "Sogwirkung" finden hier ihre Berechtigung. Natürlich ist auch eine Menge Symbolismus im Spiel, dazu gehören die Raben (Edgar Allen Poe lässt schön grüßen), die geheimnisvolle Pflanze uvm. Aber alles ist sehr stimmig in dem Text verarbeitet, nichts wirkt aufgesetzt.
Einige Leser berichten davon, das Buch in einem Rutsch durchgelesen zu haben. Ich habe zwei Tage dafür gebraucht. Ist aber auch nicht schlecht für 288 Seiten.
Wie lange braucht ihr wohl?

Titel: Sag mir, was du siehst
Autor: Zoran Drvenkar
Carlsen Verlag
288 Seiten
EUR 7,95


Dienstag, 16. August 2011

Guerilla-Kunst von Mädchengruppe


Unsere Städte sollen schöner werden! In Köln gibt es eine Mädchengruppe, die mit Strickkunst ihre Stadt neu dekoriert. Bislang beschränken sie sich auf Laternenpfähle, Zäune, Regenrinnen usw. Wenn genügend Spenden eingehen, werden sie vielleicht auch mal ein komplettes Haus umstricken. Hässliche Häuser gibt es in Köln (und in anderen Städten) ja mehr als genug.
Das Video stammt aus dem Blog Chinesische Sonne und wurde netterweise von Achim Dunker zur Verfügung gestellt.

Montag, 15. August 2011

Gedicht von Karsten Eckert



Es ist nicht genügend Liebe in der Welt. Karsten Eckert - sein Blog heißt Eckis Welt - hat sich dazu Gedanken gemacht und ein Gedicht zu einer besonderen Form der Liebe verfasst. Netterweise hat er es auch gleich in ein Video umgewandelt (gut gesprochen), man muss sich also nicht einmal die Mühe des Selberlesens machen.

Hört es euch mal an.
Hier ist der Link zum Gedicht "Dich".

Freitag, 12. August 2011

Europa bricht auseinander


Krawalle in England, Anschläge in Norwegen, Euro-Desaster ohne Ende, Talfahrt an den Börsen - die negativen Meldungen häufen sich. Ist das bloß Zufall oder steckt mehr dahinter?
Ursache für die Ausschreitungen in England ist die zunehmende soziale Ungerechtigkeit. Dafür gibt es viele Anzeichen. So meldete etwa Welt online am 20.04.11, dass ein ukrainischer Milliardär für 155 Millionen Euro die teuerste Wohnung der Welt kaufte - sie liegt am Londoner Hyde Park. Nur wenige Kilometer entfernt liegt Tottenham, einer der ärmsten Stadtteile.
In Skandinavien erleben wir derzeit eine politische Radikalisierung. Rechte Parteien gewinnen an Einfluss und Wählerstimmen, Dänemark führt wieder Grenzkontrollen ein, die Entwicklung gipfelte (vorerst) in den schrecklichen Attentaten von Anders Breivik.
Die Krise des Euros wird zum Dauerzustand. Erst vor wenigen Wochen fand ein Krisengipfel zur Rettung Griechenlands statt, nun geraten Italien und Frankreich in den Fokus der Spekulanten.

Und das ist vermutlich erst der Anfang. Europa droht auseinanderzubrechen, in Nord und Süd, in Arme und Reiche, Linke und Rechte, Alte und Junge, Zugewanderte und Einheimische, Schwarze und Weiße, Christen und Muslime...
 
Wie reagiert die Politik darauf?
Entweder gar nicht oder mit den falschen Mitteln.

Dass die soziale Ungleichheit in ganz Europa wächst, ist seit Jahren bekannt. Anstatt jedoch mehr Geld in Bildung und Sozialprogramme zu stecken, werden die Mittel gekürzt - nicht zuletzt aufgrund des Sparzwanges. Der Sparzwang basiert aber ebenfalls auf falscher Politik. Europa ist ein sehr reicher Kontinent, das Geld ist nur sehr ungleich verteilt und es wird schlecht investiert.
Beispiel: Britanniens teure Kriege. Britische Truppen sind maßgeblich am Krieg gegen Libyen beteiligt. Zuvor wurde das Land ebenso maßgeblich von den Briten aufgerüstet, britische Ölfirmen kauften Gadaffis Öl, britische Politiker empfingen Gaddafi persönlich und schüttelten ihm die Hand. Die Gewinne aus dem Öl- und Waffenhandel fließen in die Taschen weniger Bürger, für die Kriegskosten jedoch kommt das gesamte Volk auf. Auch das ist Umverteilung.
Beispiel: sozialer Wohnungsbau in Deutschland. Vor wenigen Jahren noch hatten wir eine gute soziale Durchmischung, Sozialwohnungen wurden über die ganze Stadt verteilt, der Facharbeiter wohnte neben dem Arbeitslosen. Mittlerweile ist der Bau von Sozialwohnungen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Als Folge daraus entwickeln sich soziale Brennpunkte ähnlich wie in Frankreich und England - uns könnte also in wenigen Jahren eine ähnliche Entwicklung drohen.
Beispiel: Euro-Desaster. Kürzlich kaufte die Europäische Zentralbank spanische und italienische Staatsanleihen auf, womit sie gleich gegen mehrere Grundsätze verstieß. Die EZB sollte eigentlich unabhängig sein, jetzt wird sie zum Mittel der Finanzpolitik. Außerdem fördert es nicht gerade die Bereitschaft zum Sparen und zur Umsetzung politischer Reformen in den Krisenländern, wenn man weiß, dass am Ende die EZB kommt und den Schrott aufkauft.

Was ist die tiefere Ursache für diese unvernünftige, teilweise sogar idiotische Politik?
Natürlich wie so oft ist es die Angst.
Heute betreibt man eine sehr kurzfristige Politik. Wichtig sind nur zwei Fragen:
1. Wie sind die aktuellen Umfrageergebnisse?
2. Wie überstehen wir die nächste Wahl?

Deshalb werden fremde Länder angegriffen und Sozialprogramme gestrichen. Kurzfristig erntet man dadurch gute Bilder in den Medien und man hat Geld in der Kasse - die langfristigen Folgen sind jedoch verheerend.

Politiker müssen sich darüber im Klaren sein, dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben. Eine langfristige Politik zahlt sich immer aus. Wir müssen wegkommen vom Umfrage-Fetischismus, wir müssen wegkommen vom Lagerdenken. Es gibt niemanden, der Schuld hat, es gibt niemanden, der besser ist als ein anderer.
Es gibt nur Ängstliche und Mutige. Nur mit dieser Erkenntnis lassen sich die Risse wieder kitten.

Mehr über den Autor: www.elkvonlyck.de

Donnerstag, 4. August 2011

Filmkritik - Wir sind die Nacht - auf DVD


Sexy Vampire auf der Jagd nach Blut. Klingt im ersten Moment wie ein Versuch, sich an den Erfolg der Biss-Reihe anzuhängen. Dieser Film kommt allerdings aus Deutschland, und hier bei uns hat immerhin ein gewisser F. W. Murnau das Genre erfunden.

Inhalt:
Louise (Nina Hoss) ist schon mehrere Hundert Jahre alt, sieht dafür aber noch ziemlich gut aus. Kein Wunder, denn sie ist ein Vampir und braucht zum Überleben vor allem eines: menschliches Blut. Davon bekommt sie in dem illegalen Klub, deren Chefin sie ist, zwar reichlich, doch das ist ihr nicht genug. Louise sehnt sich nach einer Seelenverwandten, Einsamkeit kann im Laufe der Jahrhunderte ganz schön lästig werden.
Eines Nachts läuft ihr die Kleinkriminelle Lena (Karoline Herfurth) über den Weg, die eigentlich nur in den Klub gekommen ist, um ein bisschen Geld zu machen. Lena könnte die Richtige sein für Louise. Allerdings ist auch der Polizist Tom (Max Riemelt) hinter Lena her, aus dienstlichen und privaten Gründen. Lena muss sich für einen von beiden entscheiden.

Bewertung:
Was für ein Glück - wir können es also doch noch! Endlich mal ein deutscher Film, der nicht irgendeine Vergangenheit bewältigt oder in dem alberne Witze gerissen werden. Wir sind die Nacht ist weder Problemfilm noch Komödie, sondern einfach nur ein sehr gut gemachter Genrefilm, der den Vergleich mit internationalen Konkurrenten nicht zu scheuen braucht. Mehr noch, der Film ist eindeutig besser als die langatmige Biss-Reihe, die allenfalls Teenager zu begeistern vermag.
Regie, Drehbuch, Kamera, Schauspiel, alles gut bis sehr gut.
Besonders hervorzuheben ist Karoline Herfurth, der der Wandel vom Problemkind zum sexy Vampir spielerisch gelingt.
Fazit: uneingeschränkt empfehlenswert.

Infos zur DVD:
Könnte kaum besser sein. Das Bild ist scharf, der Ton ist satt und die Extras sind umfangreich. Neben dem üblichen Audiokommentar und einem Making of gibt es ein eigenes Making of für die Spezialeffekte und zwei alternative Enden des Filmes.

Nachricht an Karoline Herfurth: Bitte ganz schnell bei mir vorbeikommen und mich beißen!

Entnommen aus: www.buch-und-film-blog.de

Montag, 1. August 2011

Die Frau am Fenster - demnächst zwei Rezensionen


Gerade habe ich meinen Namen gegoogelt (ja, ich bin eitel) und dabei festgestellt, dass derzeit zwei Bloggerinnen meinen Roman DIE FRAU AM FENSTER lesen und demnächst Rezensionen darüber verfassen werden.

Und zwar Sylvia von Herzbücher und Anka von  Ankas Geblubber

Das ist natürlich kein Zufall, ich habe mit beiden vorher Kontakt aufgenommen. Der Grund dafür ist, dass man es als Nachwuchsautor sehr schwer hat. Von den herkömmlichen Medien wird man praktisch nicht beachtet, sie konzentrieren sich vor allem auf die großen Namen und die bekannten Themen. Die Blogospähre ist da ganz anders, dort ist man offener, interessiert sich auch für neue Künstler und Ideen.
Ich habe bei fünf Bloggerinnen angefragt, ob sie mein Werk lesen möchte - vier haben zugesagt, eine musste aus Zeitgründen absagen. Wenn man bei fünf Zeitungen anfragt, bekommt man in der Regel fünf Absagen. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, weshalb immer weniger Menschen Zeitungen lesen.
Deshalb vielen Dank an Sylvia und Anka für eure Unterstützung - und jetzt schon ebenso vielen Dank an Debbie und Tamara, die demnächst nachziehen werden.
Liebe Grüße
Elk

Zweimal Pilotenfehler? - Ein seltsamer Zufall


In diesen Tagen wurden die Ergebnisse zweier Untersuchungen veröffentlicht. Die französische Luftermittlungsbehörde BEA analysierte den Absturz des Air France Fluges AF 447, bei dem am 01.06.09 alle 228 Menschen an Bord ihr Leben verloren. Sie kam zu dem Schluss, dass neben technischen Problemen vor allem schwer-wiegende Pilotenfehler ursächlich waren. Der Airbus A 330 startete in Rio de Janeiro mit Ziel Paris. In einer Schlechtwetterzone über dem Atlantik vereisten die Pitot-Sonden, die die Geschwindigkeit messen. Daraufhin fielen der Autopilot und der automatische Schub aus, weshalb die Co-Piloten die Steuerung übernahmen (der Kapitän befand sich in seiner Ruhepause). Mit dem Ausfall der Geschwindigkeits-messung standen ihnen jedoch keine zuverlässigen Daten mehr zur Verfügung, sie reagierten falsch, zogen das Flugzeug hoch, obwohl sie in dieser Situation das Gegenteil hätten tun müssen. Es kam zum Strömungsabriss, die Maschine zerschellte schließlich auf der Wasseroberfläche.

Zu einem durchaus vergleichbaren Ergebnis kam jene polnische Kommission, die den Absturz der Präsidentenmaschine aufklären sollte. Dabei starben im April 2010 alle 96 Menschen an Bord. Auch hier standen dem Piloten keine präzisen Informationen zur Verfügung, Auslöser war jedoch kein Gewitter, sondern Nebel. Zielort war das russische Smolensk, wo der polnische Präsident Lech Kaczynski an einer Gedenkfeier zum Massaker von Katyn teilnehmen sollte. Laut dem Expertenurteil habe es im Luftwaffengeschwader 36, das für die Regierungsflüge zuständig ist, zahlreiche Verfehlungen gegeben, so seien u. a. Ruhezeiten der Piloten nicht eingehalten und Trainingsflüge nicht absolviert worden,
Soweit die offiziellen Erklärungen.

Dann gibt es noch die inoffiziellen. Bei den Airbus-Maschinen vom Typ A 330 sind Probleme mit den Geschwindigkeitsmessern bereits seit Längerem bekannt - zumindest bei jenen, die Air France verwendet. Die Lufthansa und Air Berlin haben sich für ein anderes System entschieden.

Im Fall der polnischen Maschine spricht einiges dafür, dass es zu einem menschlichen Versagen der besonderen Art gekommen ist. Die russische Untersuchungsbehörde MAK berichtet von Cockpit-Besuchen des Protokollchefs Kazana und des Luftwaffenchefs Blasik, die beide den Piloten dazu drängten, trotz der schwierigen Bedingungen zu landen. Die polnische Kommission hingegen berichtet von falschen Angaben zu Flughöhe und Position, die von den russischen Fluglotsen bestätigt wurden. Die wiederum wurden ebenfalls unter Druck gesetzt, das Flugzeug unbedingt landen zu lassen, weil die russische Regierung nicht den Eindruck erwecken wollte, sie habe dem polnischen Präsidenten die Reise nach Katyn verboten.

Auffällig ist in beiden Fällen, dass man die Schuld auf die schwächsten Glieder der Befehlskette abgewälzt hat - die Piloten. Sie standen im Machtgefüge ganz unten, Druck wird bekanntlich immer von oben nach unten weitergegeben. Hier kommt noch ein besonderer Vorteil hinzu: die Piloten sind tot, können sich also nicht mehr wehren. Die perfekten Sündenböcke.

Was spricht gegen die Untersuchungsergebnisse? Geld und Politik. Airbus steht vor einem Rekordjahr, will die Auslieferung neuer Maschinen nicht gefährden. Air France hingegen ist trotz der Fusion mit KLM in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Zudem gab es seit 2000 vier schwere Unfälle, der Ruf der Fluggesellschaft hat gelitten.
In Polen will man offenbar das Ansehen der toten Politiker und Militärs nicht gefährden - und in Russland das Ansehen der lebenden Politiker und Militärs.
Es scheint so, als ob die Menschen einfach nicht ehrlich sein können. Wenn es um das Erreichen eines höheren Zieles geht, wird gelogen, mal mehr, mal weniger subtil. Es ist eine primitive Gesellschaft, in der wir leben.

Mehr zum Thema Moral unter: www.elkvonlyck.de