Dienstag, 26. Juli 2011

Massaker von Norwegen - die tieferen Ursachen


Am 22.07.11 erschütterte ein doppelter Terroranschlag Norwegen. Zuerst explodierte eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo, dann begann ein Attentäter auf der Insel Utoya eine regelrechte Menschenjagd. Am Ende waren über 70 Tote zu beklagen.
Seitdem rätselt die Welt über die Motive von Anders Breivik, des Mannes, der beide Anschläge vermutlich allein geplant und ausgeführt hat. Breivik selbst bezeichnete sich als konservativen Christen, ihm wird eine rechtsradikale Gesinnung nachgesagt. Beides kann nicht stimmen, beides greift als Erklärung zu kurz. Wesentliche Elemente des Christentums sind Liebe, Mitgefühl und Vergebung, in seinem Verhalten lässt Breivik nichts davon erkennen. Fremdenfeindlich, rassistisch und menschenverachtend waren seine Taten zweifelsohne, ein "reinrassiger" Neonazi ist Breivik jedoch auch nicht. Dafür spricht u.a., dass er Winston Churchill und Max Manus als Vorbilder nannte - beide kämpften im Zweiten Weltkrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland.
Wie so oft ist auch hier die einfachste Erklärung vermutlich die zutreffende: Breivik ist schlicht geisteskrank. Für eine Psychose sprechen u.a. die Fotos, die er von sich selbst angefertigt hat und die ihn in einer Fantasie-Uniform und als martialischen Kämpfer zeigen. Außerdem wird sein 1.500-seitiges Manifest von jenen, die es bereits gelesen haben, als wirr bezeichnet. Sein Anwalt äußerte sich nach ersten Gesprächen in ähnlicher Weise. Offenbar wähnt sich Breivik in einem Krieg gegen Marxismus und Islamismus, der seiner Ansicht nach 60 Jahre andauern
wird.
Eine entscheidende Frage bleibt: Wie kann ein Mensch in einer hoch entwickelten Demokratie unbemerkt ein solches Krankheitsbild entwickeln?    
Dazu empfiehlt es sich, den Zustand der Welt insgesamt zu betrachten. Hier ein paar Meldungen der letzten Zeit: "Hungersnot ist Ostafrika. Schmelzender Lebensraum - Eisbären in der Klimafalle. Haushaltsstreit in den USA. Nordkorea bereitet großes Militärmanöver vor. Kriegsverbrecher Hadzic schweigt vor UNO-Tribunal. Türkisches Gericht verurteilt Journalistenmörder zu 23 Jahren Haft. Nato bombardiert Gaddafis Kommandozentrale. Hunderte Menschen bei Straßenschlachten in Kairo verletzt."
Übersetzt heißt das: Wir sind Barbaren. Schlimm genug, dass wir ein Experiment mit dem Weltklima anstellen, welches aller Voraussicht nach in einer Katastrophe enden wird. Zudem ist die Menschheit tief gespalten, die Risse ziehen sich durch alle Länder, alle Völker. Die meisten Menschen difinieren sich als einer bestimmten Gruppe zugehörig, den Rechten, den Linken, den Christen, Muslimen, Atheisten, Demokraten, Republikaner, Sozialisten, Kapitalisten, Europäer, Afrikaner, Asiaten... Viele von ihnen glauben, sie würden auf der "richtigen" Seite stehen und die anderen auf der "falschen". Zur Durchsetzung der eigenen Ziele ist vieles, im Extremfall sogar alles erlaubt.
Es ist erlaubt, ein ganzes Land als Geisel zu nehmen, wie derzeit in den USA, es ist erlaubt, Menschen zu verletzen, wie in Ägypten, es ist erlaubt, Menschen zu töten, wie in Libyen, man darf  Massenbombardements durchführen, wie es die Allierten im Zweiten Weltkrieg taten, man darf sogar Atombomben werfen. Das ist die Welt, in der Anders Breivik aufgewachsen ist. Eine Welt, die auf den Prinzipien Kampf und Teilung aufgebaut ist.
Dabei zeigt schon der Klimawandel, dass Teilung nicht existiert. CO2-Emission wirkt sich überall aus, es gibt kein richtiges und kein falsches CO2. Ebenso gibt es keine richtige und keine falsche Gewalt. Eine Bombe der Nato tötet ebenso wie eine aus Nordkorea. Wenn wir unseren Kindern jeden Tag Bilder von Kampf und Gewalt zeigen, wenn wir ihnen von der Spaltung in Richtig und Falsch erzählen, werden sie diese Gedanken übernehmen und danach handeln. Was wir aussenden, kehrt zu uns zurück - in gemäßigter Form und in extremer Form.
Deshalb sollten wir nur positive Signale aussenden. Wer Hunger hat, dem sollten wir zu essen geben. Wer Angst hat, dem sollten wir Mut machen. Und wer krank ist, der sollte geheilt werden.
       
Mehr zum Autor: www.elkvonlyck.de

Sonntag, 24. Juli 2011

Griechenland - grundlegende Probleme nicht gelöst

Foto: wpopp

Auf dem Euro-Krisengipfel wurde der drohende Staatsbankrott von Griechenland abgewendet - vorerst. Doch die entscheidende Frage lautet: Was kommt danach? Eine der Hauptursachen der Krise ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zum Jahr 1990, als die D-Mark in den neuen Ländern eingeführt wurde. Die Wirtschaft der ehemaligen DDR war dem Wettbewerb mit dem Westen nicht gewachsen, die Auswirkungen sind bekannt.
Etwas Ähnliches erleben wir derzeit in Südeuropa. Was dort als "Fabrik" bezeichnet wird, gilt in Nordeuropa oft als Industriemuseum. Als Folge daraus ist die griechische Zahlungsbilanz seit Jahren defizitär, die Defizite mussten durch Schulden ausgeglichen werden. Auf dem Krisengipfel hat man jetzt umgeschuldet, das bringt ein bisschen Aufschub. Aber was dann? Verschiedene Politiker sprachen davon, einen Marshall-Plan für Griechenland einzurichten, nannten aber keine konkreten Informationen. Wie viel Geld wird benötigt? Wer bezahlt dafür? Wer bekommt das Geld?
Es gibt keine ernstzunehmenden Maschinenbauer in Griechenland, keine Software-Häuser und keine Unternehmen der Biotechnologie. Also in welche Branche sollen die Milliarden fließen? Sollen etwa noch mehr Olivenbäume gepflanzt werden?
Viele Fragen, keine Antworten.
Außerdem ist es eine erwiesene Tatsache, dass Griechenlands Verwaltung unfähig und korrupt ist. Wenn man jetzt große Geldmittel dorthin überweist, würden sie wahrscheinlich in den Erwerb von schicken Geländewagen und Motoryachten fließen, ein großer Teil würde vermutlich auf Schweizer Bankkonten landen.

Fazit: Auf dem Krisengipfel haben die Politiker Zeit gekauft, um die nächsten Wahlen zu überstehen. Mehr ist nicht geschehen.

Infos zum Autor: www.elkvonlyck.de
 

Donnerstag, 21. Juli 2011

Hungerhilfe oder Euro-Rettung - was ist sinnvoller?


Am Horn von Afrika bahnt sich eine Katastrophe an. In Somalia tobt seit zwanzig Jahren ein Bürgerkrieg, in den Nachbarländern herrscht Dürre. Zum ersten Mal seit 1985 spricht die UNO wieder von einer Hungersnot, das World Food Programm versucht derzeit, bis zu 1,5 Millionen Menschen mit Nahrung zu versorgen.
Trotzdem reichen die Maßnahmen nicht aus, jeden Tag erreichen uns erschütternde Bilder die zeigen, wie Menschen unter dem Hunger leiden, wir hören Berichte von Flüchtlingen, die sterbende Angehörige zurücklassen mussten.
Was tut Europa? Bundeskanzlerin Merkel sagte auf ihrer Afrikareise eine Hilfe von einer Million Euro für das größte Flüchtlingslager der Welt im kenianischen Dadaab zu. Eine großzügige Spende, nicht wahr?
Aber was geschieht derzeit noch in Europa, was steht ganz oben auf der Tages-
ordnung? Natürlich die Rettung der europäischen Währung. Der Euro-Rettungsschirm ist derzeit auf 750 Milliarden Euro aufgebläht (inkl. Mittel des IWF). Was noch? Die Rettung der Banken. Allein die Hypo Real Estate musste zeitweise mit bis zu 140 Milliarden Euro unterstützt werden. Verglichen damit sehen eine Million Euro ziemlich armselig aus. Und wohlgemerkt, in Ostafrika geht es nicht ums Geld, um die Stützung von Börsenkursen, um die Sicherung von Arbeitsplätzen, es geht ums nackte Überleben.
Was ist das für eine verrückte Zivilisation, die wir geschaffen haben? Eigentlich müsste es umgekehrt sein, die Rettung von Menschenleben müsste höchste Priorität haben, alles andere müsste hintenanstehen.
Aber gut, derzeit sind die Verhältnisse nun mal so. Was können wir tun? Zunächst einmal können und sollten wir natürlich Geld spenden. Zum Beispiel an das Bündnis www.entwicklung-hilft.de Oder an www.aktion-deutschland-hilft.de.
Noch sinnvoller ist es aber, dauerhaft zu helfen. Zum Beispiel könnte man an der Küste große Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser bauen und diese mit alternativer Energie betreiben. Sonne und Wind gibt es in dieser Region mehr als genug. Die Technologie dafür steht bereits zur Verfügung. Die Förderung solcher Exporte bringt sicher mehr als die Ausfuhr von Waffen.
Am sinnvollsten ist es aber, grundsätzlich über die Welt und das Leben nachzudenken, damit es in Zukunft nicht mehr zu Kriegen und Hungersnöten kommt. Ich habe es getan. Mehr über mich und meine Ideen erfahren Sie unter www.elkvonlyck.de 

Dienstag, 19. Juli 2011

Politiker brechen EU-Verträge


Ist Ihnen aufgefallen, dass in letzter Zeit zwei wichtige EU-Verträge gebrochen wurden? Im April 2011 führten Italien und Frankreich zeitweise Grenzkontrollen ein, um sich gegen Flüchtlinge abzuschotten, die der arabische Frühling an ihre Landes-
grenzen führte. Seit Juli patrouillieren dänische Zöllner an der Grenze, um Kriminelle und unerwünschte Ausländer fernzuhalten. Damit haben alle drei Staaten das Schengener Abkommen verletzt.
Außerdem wurde der Vertrag von Maastricht im Rahmen der Euro-Krise in mindestens drei wichtigen Punkten gebrochen:
1. Das Haushaltsdefizit der Euro-Länder muss unter drei Prozent bleiben (gebrochen von Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Irland und weiteren Staaten).
2. Die Gesamtverschuldung muss unter sechzig Prozent des Bruttoinlandsproduktes bleiben (gebrochen von Italien, Griechenland und weiteren Staaten).
3. Kein Staat darf gezwungen werden, für die Schulden eines anderen Staates aufzukommen (gebrochen durch den Euro-Rettungsschirm).

Interessanterweise hat es kaum Proteste gegen diese Vertragsbrüche gegeben. Heute scheint es der Normalzustand zu sein, dass sich europäische Politiker nicht mehr an ihre eigenen Verträge und Absprachen halten. Gleichzeitig beschweren sie sich über die zunehmende Europa-Müdigkeit der Bürger, in einigen Ländern ist sogar ein verstärkter Nationalismus zu beobachten.  
Was ist hierbei wohl Ursache und Wirkung?

Mehr über den Autor: www.elkvonlyck.de

Buchkritik - Plüschseele und Drahtseilnerven von Gitta Gampe


Bruce ist ein Bär - und er hat eine Mission. Er ist zwar nicht unterwegs im Auftrag des Herrn, aber immerhin im Auftrag seiner Näherin, die ihn und seine Bärenbrüder in einer Fabrik in China erschaffen hat. Und eben diese Brüder soll er finden und zur Bärenfamilie vereinigen. Das ist nicht einfach, denn ihre Zahl beträgt vierhundertdrölfundzwanzigbärolionen. Dem Verfasser dieses Textes ist nicht bekannt, welchem Wert diese Zahl in der Menschenwelt entspricht, aber es scheinen ziemlich viele zu sein. Dabei kommt Bruce zugute, dass er als Reisebegleitbär überallhin mitgenommen wird, manchmal allerdings muss er auch verdeckt ermitteln.

Bewertung:
Bruce Willis, du kannst einpacken! Der Bären-Bruce hat einen Kern aus Plüsch, aber er ist ein knallharter Typ. Er nutzt jede Situation zu seinem Vorteil aus, manipuliert sogar seine menschliche Begleiterin, die glaubt, sie würde die Entscheidungen treffen.
Der Bericht ist konsequent aus Sicht von Bruce geschrieben. Dabei lässt er manche Begriffe aus der Bärenwelt einfließen und verwendet eine bärentypische Rechtschreibung, was die Lektüre aber in keiner Weise beeinträchtigt.
Fazit: Geeignet für Bärenfreunde jeden Alters.

Titel: Plüschseele und Drahtseilnerven
Autorin: Gitta Gampe
BOD
80 Seiten
EUR 10,90

Entnommen aus: www.buch-und-film-blog.de

Filmkritik - R.E.D. - Älter, härter, besser - auf DVD


Bruce Willis macht das, was er am besten kann: in der Gegend herumballern. In diesem Film spielt er Frank Moses, einen pensionierten CIA-Agenten, dessen liebste Beschäftigung es ist, bei seinem ehemaligen Arbeitgeber anzurufen und sich darüber zu beschweren, dass sein Gehaltsscheck noch nicht angekommen ist. Tatsächlich hat er ihn jedoch bereits in Händen, Moses ruft nur an, um mit Sarah (Marie-Louise Parker) sprechen zu können. Ansonsten beobachtet er noch eine Avocado beim Keimen, mehr hat er nicht zu tun.
Deshalb kommt es ihm recht gelegen, dass vermummte Gestalten eines Nachts sein Haus angreifen. Um zu klären, warum er getötet werden soll, reaktiviert er einige seiner alten Kollegen. Marvin (John Malkovic) bekam im Rahmen eines Experiments elf Jahre lang LSD verabreicht und ist seitdem ein wenig paranoid, Joe (Morgan Freeman) lebt bereits im Altersheim und Viktoria (Helen Mirren) kümmert sich hauptsächlich um ihre Blumen. Gemeinsam bilden sie ein hochexplosives Team, dem es gelingt, einer Verschwörung auf die Spur zu kommen, an der auch hohe Regierungsstellen beteiligt sind.

Bewertung:
Der Film ist gutes, amerikanisches Popcorn-Kino, nicht mehr und nicht weniger. Die Geschichte nimmt einen untergeordneten Rang ein, sie dient dazu, möglichst viele Action-Szenen miteinander zu verbinden. Immerhin sind den Autoren einige Seitenhiebe auf den grassierenden Jugendwahn gelungen.
Eigentlich müsste man sagen, R.E.D. ist deutsch-amerikanisches Action-Kino, denn zwei seiner wesentlichen Urheber kommen aus Deutschland: Regisseur Robert Schwentke und Kameramann Florian Ballhaus. Schwentke stammt aus Stuttgart und hatte 2005 mit Flightplan - ohne jede Spur bereits einen internationalen Erfolg errungen, Ballhaus ist der Sohn des berühmten Michael Ballhaus.
Vor allem die Handschrift des Letzteren ist in dem Film deutlich abzulesen, R.E.D. zählt sicher zu den bestfotografierten Action-Filmen. Im Grunde ist es aber beschämend, dass es uns nicht gelingt, solche Talente im Lande zu halten.
Sehr gut: die Extras auf der DVD. Zehn entfallene Szenen in einer Gesamtlänge von neun Minuten, dreißig Minuten Infos über die Produktion und ein paar nette Kommentare eines echten CIA-Mannes.

Entnommen aus: www.buch-und-film-blog.de

Mittwoch, 13. Juli 2011

U-Boote für Israel - Deutschland heizt Konflikt an

Foto: shlomiliss

Verteidigungsminister de Maizière absolvierte im Juli 2011 eine Israel-Reise. Er traf sich mit seinem Amtskollegen Barak, um über die Ausweitung der Rüstungs-
zusammenarbeit zu sprechen. Wahrscheinlich ging es dabei auch um die Lieferung und Finanzierung eines weiteren U-Bootes der Dolphin-Klasse. Drei dieser Boote hat Deutschland bereits nach Israel geliefert, zwei befanden sich im Bau, der Export eines sechsten wurde 2006 genehmigt (Quelle: Der Tagesspiegel vom 17.01.10). Dolphin-Boote sind auch geeignet, um Atomraketen abzuschießen.

Diese Meldung fiel in eine schwierige Zeit. Eine Woche zuvor wurde bekannt, dass die Bundesregierung plant, 200 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 an Saudi-Arabien zu liefern. Damit nicht genug, am 30.06.11 meldete Spiegel Online, Saudi-Arabien wolle möglicherweise eigene Atomwaffen entwickeln - diesmal (zumindest offiziell) ohne deutsche Hilfe. Als Begründung wurde das iranische Atomprogramm angeführt, welches angeblich ebenfalls zum Bau von Atomwaffen führen solle.

Auf den ersten Blick scheinen die Wünsche Israels und Saudi-Arabiens nach deutschen Waffen begründet zu sein. Im Iran herrscht seit 2005 Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der mehrfach zum Kampf gegen Israel aufgerufen und das Existenzrecht des jüdischen Staates in Frage gestellt hat. Außerdem hat er wiederholt die USA und den Westen insgesamt verbal angegriffen, damit indirekt auch Saudi-Arabien, jenen islamischen Staat, der eng mit den westlichen Nationen verbündet ist. Doch ist das wirklich die ganze Wahrheit?

Betrachten wir kurz die jüngere Geschichte Irans. 1997 wurde Mohammad Chatami zum Staatspräsidenten gewählt. Chatami gilt als gemäßigter islamischer Intellektueller, unter seiner Führung wurden Reformen eingeleitet, die zu mehr Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung führen sollten, im Bereich der Außenpolitik trat er für einen Dialog zwischen Orient und Okzident ein. Auch die Präsidentschaftswahlen vom 08. Juni 2001 gewann er mit deutlichem Vorsprung. Dann jedoch kamen die Anschläge des 11. September 2001. 

Im Anschluss daran begann der US-Präsident George W. Bush seinen Kampf gegen den Terror. Als Hauptgegner hatte er die so genannte Achse des Bösen im Blick, bestehend aus Nordkorea, Irak und Iran. Angeblich waren diese Staaten mit Terroristen verbündet und rüsteten ihre Armeen auf, um den Weltfrieden zu bedrohen. 2003 wurde aus dem verbalen Konflikt ein echter Krieg, indem die USA und Britannien ein Land aus der Achse des Bösen angriffen - den Irak. Direkt nebenan liegt der Iran. Die Iraner konnten von ihren Logenplätzen die Bombardierungen betrachten, wahrscheinlich hörten sie sogar die Explosionen. Welche Folgen hatte das wohl für die Volksseele? Wahrscheinlich fragten sich die Iraner, wann sie an der Reihe wären, schließlich gehörten sie nach Bushs Definition ebenfalls zu den bösen Mächten. 2005 standen die nächsten Wahlen an. Wen soll man in einer solchen Situation wählen? Den gemäßigten Reformer, der für eine Verständigung mit den Gegnern eintritt, oder den Scharfmacher, der Sicherheit und Stärke verspricht?
Das Ergebnis ist bekannt.

Jetzt haben wir also schon wieder oder noch immer einen Konflikt in der Golfregion. Israel hat die Atombombe, die USA haben die Atombombe, der Iran hat sie noch nicht, Saudi-Arabien hat sie noch nicht. Was sollen wir tun? Noch mehr Waffen in die Region liefern? Noch mehr mit dem Säbel rasseln? Oder wäre es nicht gescheiter, für einen echten Dialog einzutreten, bei dem alle Beteiligten auf gleicher Höhe stehen, keiner besser oder schlechter als ein anderer ist?
Gäbe es nicht bessere Möglichkeiten, die heimische Industrie zu fördern, als ausgerechnet Panzer und U-Boote zu liefern? Zum Beispiel: In Ostafrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Man könnte im großen Umfang Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser liefern, als Energiequellen böten sich Wind und Sonne an. Damit könnten Hundertausende von Menschen gerettet werden.
Wäre das nicht eine Überlegung wert, Herr de Maizière?

Mehr über den Autor: www.elkvonlyck.de

Buchkritik - Die Abenteuer des Baron von Krähenschreck von Philip Pullman





Wie erwacht eine Vogelscheuche zum Leben? Normalerweise, indem sie vom Privatfernsehen gecastet und in eine Model-WG eingesperrt wird. Doch es gibt auch Ausnahmen. Baron von Krähenschreck trifft in einer magischen Gewitternacht der Blitz, alle seine Moleküle ordnen sich zufälligerweise so an, dass aus ihm ein lebendiges Wesen wird. Am nächsten Morgen erscheint Jack, ein Waisenjunge, auf dem Feld, um sich etwas Essbares zu besorgen. Der Baron bittet ihn um Hilfe, denn er hat nur ein Bein. Jack verschafft ihm ein zweites und wird zum Dank als Diener eingestellt.
Beide ziehen in die Welt hinaus und müssen sich mit allerlei schrägem Volk herumschlagen, sie begegnen Straßenräubern, Wanderschauspielern und Wahrsagern. Dabei werden sie von einem Anwalt verfolgt, dessen Auftrag lautet, die Vogelscheuche an ihren angestammten Platz zurückzubringen.
Jack und der Baron geraten in einen Krieg hinein. Weil die Vogelscheuche dumm wie Stroh ist, wird sie konsequenterweise zum Offizier ernannt. Die Schlacht verläuft jedoch nicht wie erwünscht und die beiden müssen fliehen. Mit einem Floß treiben sie aufs Meer hinaus...

Bewertung:
Dieses Buch ist fantasievoll und spannend, aber das kann man über viele Jugendbücher sagen. Ich empfand es darüber hinaus als aufmunternd und ermutigend. Junge Leser lernen, dass es selbst unter schwierigsten Bedingungen immer irgendwie weitergeht, selbst der größte Strohkopf kann es im Leben zu etwas bringen.
Für besonders gelungen halte ich die Illustrationen von Einar Turkowski. Sie sind mit feinem Strich gezeichnet und erdrücken den Text nicht, wie es bei anderen Jugendbüchern der Fall ist.

Titel: Die Abenteuer des Baron von Krähenschreck
Autor: Philip Pullman
Carlsen Verlag
208 Seiten
EUR 16,90

Sonntag, 10. Juli 2011

Panzergeschäft bleibt geheim

Die Opposition ist am 08.07.11 damit gescheitert, das umstrittene Panzergeschäft mit Saudi-Arabien zu stoppen. Im Bundestag wehrte die schwarz-gelbe Koalition entsprechende Anträge ab. Bundeskanzlerin Merkel gibt weiterhin keine Auskunft über die geplante Lieferung von Leopard 2-Panzern.

Ich halte das für einen Skandal. Schlimm genug, dass wir Waffen in eine der instabilsten Regionen der Welt liefern. Die Bundesregierung hält es nicht einmal für nötig, das gemeine Wahlvolk darüber zu informieren. Mit den Regierungen von Israel und Amerika hingegen hat sie sich abgesprochen, ganz in der Tradition des Kaminzimmers. Demokratie bedeutet jedoch Ehrlichkeit, Offenheit und Nachvoll-
ziehbarkeit. Der Bürger kann sich nur dann eine Meinung bilden, wenn er im Besitz aller wesentlichen Informationen ist. Gerade dann, wenn es um Fragen von Krieg und Frieden geht.

Stattdessen versucht Frau Merkel, die Angelegenheit geheim zu halten. Glaubt sie wirklich, es fällt nicht auf, wenn eines Tages deutsche Panzer durch den Wüstensand rollen?

 

Freitag, 8. Juli 2011

Wo bleibt die UNO-Resolution gegen Syrien?

Derzeit beobachten wir ein interessantes Phänomen. In zwei arabischen Ländern erhebt sich die Bevölkerung gegen ihre Unterdrücker: in Libyen und in Syrien. Doch während die NATO in Libyen eingegriffen hat und beinahe täglich die Truppen von Gaddafi bombardiert, geschieht in Syrien nichts Vergleichbares. Die dortige Bevölkerung lässt man allein, täglich erhöht sich die Zahl der Opfer, Schätzungen gehen bereits von über 1300 Toten aus. In der UNO konnte man sich nicht einmal auf eine Resolution zur Verurteilung der Gewalttaten einigen, von einem militärischen Eingreifen ganz zu schweigen.

Nun hat Deutschland für einen Monat den Vorsitz im Sicherheitsrat übernommen. Außenminister Westerwelle versprach, "man werde eine gemeinsame internationale Antwort suchen" (Quelle: Spiegel Online vom 01.07.11).
Bis heute ist jedoch nichts geschehen. Ursache dafür ist wahrscheinlich, dass der syrische Präsident Baschar el-Assad zwar als Diktator und brutaler Schlächter bekannt ist, er aber auch als berechenbare Größe in einer instabilen Region gilt. Außerdem ist er ein verlässlicher Partner, einer, mit dem man Geschäfte machen kann. Syriens Haupthandelspartner ist Russland, das beinahe seine gesamte Armee ausgerüstet hat. Der Vergleich zu Libyen drängt sich auf, dort allerdings waren es größtenteils europäische Nationen, die als Partner auftraten - solange, bis die Revolution begann...

Es ist beschämend, wie die internationale Gemeinschaft auftritt. Sie unterstützt Diktatoren, sie bekämpft Diktatoren, sie lässt Diktatoren gewähren, wie es ihr gerade in den Kram passt. Dadurch werden Millionen Menschen zu Opfern.

Die Konsequenz kann nur lauten: Sofort die Politik grundlegend ändern! Wir müssen immer allen Menschen Gutes tun. Das heißt (wie immer): Keine Waffen liefern, stattdessen Hilfsgüter in Krisenregionen bringen, unmenschliche Regierungen nicht unterstützen, stattdessen die Opposition stärken. Und vor allem: Nicht mit zweierlei Maß messen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Der Wille zum Leben

In Bad Herrenalb im nördlichen Schwarzwald habe ich kürzlich ein erstaunliches Naturphänomen entdeckt. Eine ausgewachsene Kiefer wurzelt auf dem Torbogen eines Gebäudes der Klosterruine. Obwohl es dort nahezu keine Erde gibt, wächst und gedeiht die Kiefer seit Jahrzehnten. Ob das wohl damit zusammenhängt, dass dieses Gebäude in der Fachsprache als Paradies (Narthex) bezeichnet wird?
Ich finde, an diesem unerschüttlichen Willen zum Leben könnte sich manch ein zweibeiniger Jammerlappen ein Beispiel nehmen.




Sonntag, 3. Juli 2011

Hemingway - ein Kriegsverbrecher?


Am 02.07.11 jährte sich der Todestag von Ernest Hemingway zum fünfzigsten Mal. Aus diesem Anlaß erschienen etliche Beiträge in den Medien, die ihn zumeist als einen der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts würdigten. In einigen schwang jedoch ein kritischer Unterton mit, man deutete an, Hemingway könnte ein Kriegsverbrecher sein, Ursache seien Ereignisse aus der Spätphase des Zweiten Weltkriegs.

Worum geht es genau? In den achtziger Jahren tauchte ein Brief auf, den Hemingway 1950 an den Literaturwissenschaftler Arthur Mizener schrieb, aber nie abschickte. Darin behauptete er u. a., er hätte in beiden Weltkriegen 122 "Krauts" getötet. Zwei Fälle schilderte in allen Einzelheiten. Einem jungen deutschen Soldaten, der mit dem Fahrrad fliehen wollte, schoss er angeblich in den Rücken, und einen SS-Mann tötete er während eines Verhörs, weil dieser ihm patzige Antworten gab. Zumindest wegen der zweiten Tat hätte Hemingway vor ein Kriegsgericht gestellt werden müssen - wenn er sie denn begangen hat. Doch daran muss ernsthaft gezweifelt werden. Vor allem zwei Gründe sprechen dagegen.
Erstens wurde Hemingway, der damals bereits ein berühmter Mann war, fast ständig von Offizieren begleitet, die sicher ein Auge auf ihn hatten. Zweitens: Hemingway war zu dieser Zeit psychisch angeschlagen, vielleicht sogar psychisch krank. 1948 verliebte er sich in die junge italienische Aristokratin Adriana Ivancich, die ihn jedoch abwies - Hemingway war ihr schlicht zu alt. Dadurch wurde ihm vermutlich schmerzhaft bewusst, dass er die Abenteuer seiner Jugend - Männlichkeitsrituale, Jagd auf Großwild und Frauen - wohl nicht mehr erleben würde. Und auch viele dieser Abenteuer waren in der Vergangenheit nicht tatsächlich geschehen, sondern nur in der Fantasie des Autors. Das beste Beispiel ist seine Affäre mit der Tänzerin und Spionin Mata Hari. Angeblich verlebten sie nach seinem Eintreffen in Paris im Jahr 1921 eine glückliche Zeit miteinander - doch da war sie bereits seit vier Jahren tot.

Hemingway war also ein genialer Autor und Künstler, aber auch ein Großmaul und Fantast. In den letzten Jahren seines Lebens gerieten die Rollen zusehends durcheinander, er wurde depressiv und alkoholabhängig. Die Krankheiten gipfelten schließlich in seinem Selbstmord 1961. Aber immerhin gelang es ihm zuvor, ein großartiges Werk zu schaffen.
Und dafür war der Preis, den er zu zahlen hatte, nicht zu hoch bemessen, wie ich finde.
Mehr über den Autor: www.elkvonlyck.de

Obama und die Folter


Er wollte alles besser machen. Bei seinem Amtsantritt hatte Präsident Obama versprochen, das Gefangenenlager Guantanamo aufzulösen, die Soldaten aus dem Irak heimzuholen und Amerikas Ansehen in der Welt zu verbessern. Auch deshalb beauftragte er vor zwei Jahren seinen Justizminister, die Behandlung der CIA-Gefangenen untersuchen zu lassen. Konkret ging es um Foltervorwürfe in 99 Fällen, u. a. wurde das so genannte Waterboarding eingesetzt, bei dem das Ertrinken des "Befragten" simuliert wird. Mehrere Terrorverdächtige überlebten die Prozedur nicht.

Und was ist jetzt daraus geworden? Am 01.07.11 teilte der scheidende CIA-Chef Leon Panetta mit: "Der Justizminister hat mich informiert, dass die Akten über die Ergreifung von Terrorverdächtigen, ihre Festsetzung und ihre Verhöre geschlossen worden sind. Dieses Kapitel in der Geschichte der CIA ist damit erledigt." (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 02./03.07.11).

Ist es wirklich erledigt? Niemand wurde angeklagt, die Ergebnisse der Untersuchung bleiben unter Verschluss. Wie wird man wohl in den arabischen Ländern auf diese Nachricht reagieren? Ohne ein Prophet zu sein, kann man jetzt schon sagen: Die USA werden das zurückbekommen, was sie aussenden.

Freitag, 1. Juli 2011

Haftbefehl gegen Gaddafi

Am 27.06.11 wurde bekannt, dass der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Haftbefehl gegen Muammar al-Gaddafi sowie dessen Sohn und Schwager erlassen hat. Den dreien werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, darunter Morde an Zivilisten, Folter, die Verfolgung unschuldiger Menschen und die Organisierung von Massenvergewaltigungen zur Abschreckung der Bevölkerung.
Wahrscheinlich werden die meisten meiner Leser darin überstimmen, den Haftbefehl schnellstmöglich zu vollstrecken und Gaddafi und seine Bande vor ein ordentliches Gericht zu stellen, damit sie ihre gerechte Strafe erhalten. So muss in Zukunft immer mit Diktatoren umgegangen werden.

Ich bin anderer Meinung. Ich bin dafür, den Begriff Menschlichkeit viel weiter zu fassen. Dazu ist es notwendig, den Fokus zu erweitern. Rückblende ins Jahr 2004. Am 27.04. empfängt der britische Premierminister Tony Blair den libyschen Revolutionsführer. Später liefert der britische Rüstungskonzern General Dynamics Kommando- und Kontrollsysteme im Wert von 165 Millionen Dollar an das nordafrikanische Land, die Verträge wurden wahrscheinlich anlässlich dieses Besuches abgeschlossen. Sprung ins Jahr 2007. Am 10.12. empfängt der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy den Diktator zu einem fünftägigen Staatsbesuch. Gaddafi wohnt in dieser Zeit (zumindest vorübergehend) in einem Beduinenzelt in der Nähe des Elysée-Palastes. Sarkozy nutzt die Gelegenheit, um Verträge zur Lieferung von u.a. Kampfflugzeugen, Hubschraubern und einem Atomkraftwerk abzuschließen.

Jetzt stellt sich die Frage, warum Gaddafi wegen seiner Verbrechen verfolgt wird, nicht aber seine Unterstützer Blair und Sarkozy? Auch da ließe sich eine juristische Handhabe finden, beispielsweise Bildung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Unhaltbar? Keineswegs. Gaddafi ist seit 1969 an der Macht. Während all dieser Zeit hat er Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Beispiel: 1996 sind bei der Niederschlagung einer Revolte im Gefängnis von Abu Salim vermutlich mehr als 1000 Häftlinge erschossen worden (Quelle: Isabelle Werenfels, Qaddafis Libyen, Stiftung Wissenschaft und Politik 2008). Blair und Sarkozy waren zwar gewiss nicht über alle Einzelheiten des Gaddafi-Regimes informiert, sie wussten aber, dass er sich als brutaler Diktator gebärdete. Auch wenn er zwischenzeitlich dem internationalen Terrorismus abschwor, so hat er den Terror gegen sein eigenes Volk stets aufrechterhalten.

Nun soll in diesem Blog keine Polemik verbreitet werden. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, Blair und Sarkozy hätten eine Teilschuld an dem, was in Libyen geschah und noch immer geschieht. Es gibt keine Schuld, niemand ist schuld an irgendetwas. Viel wichtiger ist mir, dass erkannt und verstanden wird, was die tieferen Ursachen dieses Verhaltens sind und wie man es abstellen kann. Dazu ist es sinnvoll, eine weitere Frage zu stellen: War das Verhalten von Blair und Sarkozy vernünftig? Die Antwort kann nur nein lauten, denn menschliches Verhalten basiert nicht auf Vernunft, sondern auf Gefühlen. Ich habe dieses Grundprinzip ausführlich in meinem Buch "Die Fischnetz-Theorie" erläutert (weitere Informationen unter www.elkvonlyck.de). Auch das Verhalten der beiden europäischen Staatsmänner untermauert meine These. Die meisten Menschen tragen eine Vielzahl von Ängsten mit sich herum. Man kann Blair und Sarkozy die Furcht unterstellen, nicht wiedergewählt zu werden. Dafür gab es Gründe, z.B. die Arbeitslosenquoten in ihren Ländern und das geringe Wirtschaftswachstum. Was tut man, um die Wirtschaft anzukurbeln? Man fördert die Exporte. Wie praktisch, wenn gerade ein Diktator im Land ist, der seine Armee aufrüsten möchte.

Welchen Ausweg kann man nun aus der Situation finden? Sicher nicht den, für den sich Sarkozy und Blairs Nachfolger Cameron entschieden haben, nämlich bei nächster Gelegenheit Krieg gegen das diktatorische Regime zu führen. Damit schafft man vielleicht das Problem Muammar al-Gaddafi aus der Welt - aber nur solange, bis irgendwo der nächste Gaddafi auftaucht. Wir müssen unser Verhalten grundlegend ändern. Und das ist gar nicht so kompliziert. Es reicht, wenn wir den einen Grundsatz befolgen, den ich in meiner Ethik beschrieben habe: Wir müssen immer allen Menschen Gutes tun. Das bedeutet im konkreten Fall: Keine Waffen und Munition an einen Diktator verkaufen. Stattdessen zivile Güter liefern. Auch mit Sonnenkollektoren und Meerwasserentsalzungsanlagen kann man viel Geld verdienen. Nicht den Diktator hofieren, stattdessen die Opposition stärken. Im Konfliktfall vermitteln, nicht gleich bombardieren. Dem Diktator Asyl in einem Drittland anbieten, auch wenn er dann seiner "gerechten" Strafe entgeht. Immerhin bleibt es dadurch Zehntausenden Menschen erspart, verletzt oder getötet zu werden.  

Das alte imperiale Motto lautete: Mal beliefern wir sie mit Bomben, und mal bewerfen wir sie mit Bomben!
Das neue universelle Motto muss lauten: Menschlichkeit für alle!

Klimaanlagen und Hunger

Die US-Armee gibt pro Jahr 20 Milliarden Dollar für den Betrieb von Klimaanlagen aus - so meldete es Spiegel Online am 27.06.11. Eine kaum vorstellbare Summe. Dabei gibt es Alternativen. So könnte beispielsweise durch das Aufsprühen von Polyurethan-Schaum auf die Zelte der Soldaten der Energieverbrauch um 92 Prozent gesenkt werden.
Trotzdem ist Krieg ein teures Geschäft. Allein der Einsatz in Afghanistan wird dieses Jahr auf 112 Milliarden Dollar veranschlagt. Zum Vergleich: Für die OECD, die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit, geben die USA etwa 85 Millionen Dollar pro Jahr aus.

Einen Tag später wurde berichtet, dass die UNO vor einer Hungersnot in Nordostafrika warnt. In dieser Weltregion herrscht derzeit eine schwere Dürre, zehn Millionen Menschen sind in ernster Gefahr. Für einen Dollar am Tag kann man einen Menschen mit allem Nötigen versorgen. Mit den 20 Milliarden, die die Klimaanlagen verschlingen, könnte man die gefährdete Bevölkerung also fünfeinhalb Jahre versorgen.

Weil wir uns aber nicht auf die Großzügigkeit der US-Armee verlassen sollten, ist es besser, wenn wir selbst Geld spenden. Zum Beispiel an das Rote Kreuz www.drk.de  oder an www.brot-fuer-die-welt.de